© Nils Starkmeth
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Von Bäumen und Nebel

Ich werde von Menschen, die meine Bilder betrachten, oft gefragt, ob mit mir alles Stimmt. Ob ich denn nicht Depressiv sei. Ja, meine Bilder sind Melancholisch. Ich mache das meist nicht absichtlich. Beim Fotografieren und Bild gestalten lasse ich meine Gefühle einfließen. Vielleicht ist Melancholie mein Lieblingsgefühl, sodass es am häufigsten auftaucht. Es lässt die Leute zurecht darauf schließen dass ich ein dauerhaft trauriger Melancholiker bin - dabei bin ich das meistens nur beim Fotografieren. Ich kann diese Art von Emotion durch Fotografie wohl am einfachsten zum Ausdruck bringen.

Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Blogs: es haben sich in all den Jahren meiner melancholischen Machenschaft einige Bilder angesammelt, auf denen Nebel, Bäume oder gar beides zu sehen ist. Diese Bilder berühren mich persönlich oft am meisten. Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, hier eine Sammlung meiner Nebel-Baum-Bilder zu veröffentlichen.

04:00 Morgens, auf dem Heimweg eines Geburtstages. Sonne und Mond standen sich fast gegenüber, ich konnte nicht anders als anzuhalten.

08:00 Morgens, auf dem Weg zur Arbeit. Ich hatte fast drei Stunden Autofahrt hinter mich gebracht und wollte nur 'ne kleine Pinkelpause machen. Als ich so in dem Feld stand, wurde mir das schöne Szenario erst bewusst.

Ich wollte nur meine Mamiya C3 etwas testen, und fragte eine Freundin, ob Sie nicht mal Model für mich Spielen möchte. Auf dem Weg zur eigentlichen Location ergab sich dieses Bild.

Das war einer der ersten Fotos, die ich je schoss. Bearbeitet habe ich es tatsächlich aber erst vor einigen Monaten, da mir damals das Foto absolut nichts sagte, und jetzt so viel.

09:00 Morgens  - ebenfalls auf dem Weg zur Arbeit. Ich hatte meine Kamera nur zufällig dabei, und zögerte bei dem Anblick des Baums keine Sekunde.

Nochmal der selbe Baum, am selben Morgen. Diesmal abgelichtet mit der Polaroid SLR 680 und einem Schwarz/Gelb Duochrome Film von Impossible (Third Man Records Edition)

Verlassene Schienen eines Torfabbaugebiets. Die Neblige Stimmung, die oft über diesem Ort herrscht, ist einer der Gründe warum es sich um eine meiner Lieblings Locations handelt.

"i feel dust falling on my head, maybe i'm dead, would you please watch over me?" ~ diese Textzeilen von Textor's Stück "Maybe Dead" gingen mir durch den Kopf, als ich mich auf den kalten Asphalt für dieses Foto legte.

Ich war beruflich auf einem Schiff unterwegs. Der neblige Morgen durchkreuzte zwar einige unserer Shooting Pläne, ermöglichte mir jedoch diese Spielerei. Im Before & After findet Ihr dieses Bild ebenfalls.

Dieser Baum ist in meiner Nähe und obendrein sehr fotogen, wie ich finde. Deshalb ist er so oft zu sehen.

Hier bin ich wieder im Moor. Diesmal nicht alleine, dieses Foto hat Leon Beu geschossen - ihr findet bei Ihm eine anders bearbeitete Version.

Noch ein Polaroid, selber Abend, selbes Moor.

Mein erster 120mm Farbfilm, den ich durch die Mamiya C3 rattern ließ. Ich war mit einer Freundin für Portraits im Wald, als dieses schicke Kerlchen in meinen Blick fiel.

Ich denke man ist, wenn man Künstlerisch aktiv ist, immer auf der Suche nach der eigenen Handschrift. Man entwickelt, verändert und reift schließlich immer Weiter, sodass sich Vorstellungen, Ideen, Gefühle und Gedanken auch ständig neu darstellen lassen wollen. Ich hoffe allerdings, dass mir Bäume (am besten in nebligen Landschaften) nicht all zu schnell langweilig werden. Ich habe diese Motive inzwischen sehr lieb gewonnen.

One thought on “Von Bäumen und Nebel”

  1. Ich finde deine Bilder eigentlich weniger depressiv. Der Nebel und die Bäume wirken auf mich eher wie eine entspannte Stille.
    Bin gespannt was da noch so kommt Nils! 🙂

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